Lexas unglücklicher Start als Besuchshündin

Hallo, ich bin Lexa. Obwohl ich eine Hundedame bin, mache ich aus meinem Alter kein Geheimnis. Geboren wurde ich am 27.03.2010, über Geburtstagsgrüße würde ich mich sehr freuen.
Bei meinem Frauchen Anja bin ich im Jahre 2012 eingezogen. Meine Anja war mit ihrem Labradorrüden Karlo bereits über 2 Jahre in einem Herner Seniorenheim ehrenamtlich als Besuchsteam für unseren Besuchshundeverein tätig. Im Sommer 2010 verstarb Karlo aber unglücklicherweise mit erst 6 Jahren an einer schweren Krankheit.

Danach zog zunächst unser Pipo bei Anja ein. Anjas Traum von Pipo als Besuchshund wird für immer ein Traum bleiben. Pipo fiel durch den Verhaltenstest und Anja war ganz schön geknickt. Bei uns Hunden ist es aber wie bei den Menschen, nicht jeder ist für jeden Beruf geeignet.

Aber dann kam ich!

Anja sah mich als idealen Hund für den Besuchsdienst bei Senioren oder Kindern. Ich bin nicht aus der Ruhe zu bringen und bleibe auch noch entspannt, wenn mich meine beiden Hundebrüder ärgern. Neben Pipo wohnt bei uns auch noch der kleine Bruno. Anja war begeistert und hat mich für den Verhaltenstest im September 2013 angemeldet. Ich habe mich nicht vorbereitet, bin ja im Gegensatz zu Frauchen auch in Prüfungssituationen entspannt. SITZ und PLATZ kann ich ja, lasse mich gerne streicheln, anfassen und knuddeln und mehr brauche ich auch nicht.

Den Test habe ich natürlich sofort bestanden. Wir waren stolz und freuten uns schon bald in den Einsatz zu gehen.

 

Seit  Mai 2014 sind wir im Besuchsdienst und alles war zunächst schön. Es gab Leckerchen, Streicheln ohne Ende, alle waren glücklich.

Dann kam der Tag im Seniorenheim, den ich am liebsten aus meiner Erinnerung streichen würde. Eine Bewohnerin freute sich beim Aussteigen aus dem Aufzug so sehr, mich zu sehen, dass sie stolperte, mir direkt vor die Pfoten fiel und sich dabei leider schwer verletzte.

Der Sturz und die große Aufregung aller Beteiligten machten mir Angst. Ich war gar nicht mehr entspannt, wollte nicht mehr in den Besuchsdienst, sondern nur noch weg laufen.

Glücklicherweise ist mein kleiner Kumpel Bruno auch geprüfter Besuchshund und mit mir zusammen im Besuchsdienst tätig.
Bruno erklärte mir immer wieder, dass ich doch keinerlei Schuld am Sturz der Frau hätte und ich mir den Unfall doch nicht so zu Herzen nehmen müsste. Aber mir machte der Besuchsdienst überhaupt keinen Spaß mehr.

Frauchen und Bruno gaben ihr Bestes und haben mich immer wieder ins Seniorenheim mitgenommen, aber da halfen kein gutes Zureden und auch keine Leckerchen. Ich wurde zur Geduldsprobe für alle Beteiligten. Einige Wochen musste Bruno allein den Besuchsdienst übernehmen. Ich schaute nur zu und sah, dass die Bewohner viel Spaß zusammen mit Bruno hatten.

Bruno forderte mich immer wieder auf, doch wieder mitzumachen. Schließlich habe ich es geschafft, meine Ängste zu überwinden. Ich gehe wieder gerne ins Seniorenheim und kann es kaum erwarten, dass endlich Donnerstag ist. Ich werde ohne Ende gestreichelt, die Leckerchen schmecken hervorragend und viele Bewohner warten auf meinen Besuch. Es ist wieder so schööön für Alle und es macht ganz viel Spaß.

Ich bin wieder die alte Lexa im Besuchsdienst.

Wie ihr seht, kann der Besuchsdienst, vor allem für Berufsanfänger, manchmal auch ganz schön aufregend sein.

Wenn ihr da draußen meint, ihr wollt auch zum Besuchsdienst, dann gebt eurem Frauchen/Herrchen einen Ruck, die sollen sich mal bei unserem Verein melden.

 

Dicken Pfotendruck

Eure Lexa, Besuchshündin