Tinos erster Besuchsdiensteinsatz

Hallo,

mein Name ist Tino, ich bin 4 Jahre alt und ein Malteser-Yorki-Mix. Eine sehr gelungene Mischung, das sagen auf jeden Fall viele, die mich kennenlernen. Zu meinem Frauchen Silke bin ich schon im Welpenalter gezogen. Zusammen haben wir einige Jahre die Hundeschule besucht, denn Bildung ist in der heutigen Zeit ja sehr wichtig, auch für Hunde. Da wir beide keine Coachpotatoes und offen für Neues sind, haben wir auch schnell den Weg zum Hundesportverein gefunden. Seit 2 Jahren machen wir Turnierhundesport, eine Art Leichtathletik für Mensch und Hund. ZOS oder auch Zielobjektsuche, die gezielte Suche nach bestimmten Sachen, haben wir auch schon einige Zeit trainiert.

 

Als der liebe Gott das Fell verteilt hat, habe ich mindestens dreimal „Hier“ gebellt.

Ich habe langes, seidiges Fell ohne Ende, das zum Streicheln, Kraulen und Schmusen anregt. Aber dazu komme ich gleich noch.

Im Hundeverein habe ich Lexa und Bruno kennengelernt. Als die beiden ihre Prüfung zum Besuchshund bestanden und mit dem Hundebesuchsdienst im Seniorenheim begonnen haben, berichteten sie natürlich stolz und begeistert darüber. Ich fand diese ehrenamtliche Tätigkeit sofort spannend.

 

War nur die Frage, ob die mich Zwerg überhaupt nehmen würden, denn Lexa und Bruno sind ja viel, viel größer als ich.

Meine Silke hat sich natürlich auch mit Anja, dem Frauchen der Beiden, darüber unterhalten.

Mein Traum wurde wahr, seit Ende November 2014 bin ich auch geprüfter Besuchshund und seit Anfang Februar 2015 im Einsatz in einem Bochumer Seniorenheim.

Habe es beim Eignungstest allen gezeigt. Es gibt auch kleine Hunde, die in jeder Situation entspannt bleiben und Gekläffe mag ich gar nicht. Auf die nötige Bildung hatte ja meine Silke schon von Anfang an Wert gelegt. Fehlende Körpergröße und ist keine Entschuldigung für mangelnde Erziehung.

Beim ersten Einsatz haben dann alle bemerkt, dass ich kleiner Hundemann mit meinem Leichtwicht einen riesigen Vorteil habe.

Ich passe in jedes Bett, auf jeden Schoß und tue niemanden dabei weh. Sogar auf den kleinen Rolltischchen finde ich problemlos Platz, das macht mir niemals ein Labbi nach.

Wie war das noch mal mit dem lieben Gott und meinem Fell?

Ich habe so viel seidiges Fell, das zum Streicheln einlädt, da kann kaum ein Senior widerstehen. Meine Haarpracht haart erstaunlicherweise gar nicht und ich bin somit auch ein für Allergiker geeigneter Besuchshund. Die Freude der Heimbewohner bei meinem Anblick ist riesig und ich genieße die Zuwendung und das Gefühl, der Größte zu sein.

Aber das allerschönste für Silke und mich war der Augenblick, als sich bei einer Heimbewohnerin durch den Körperkontakt zu mir sogar die Spastik in ihrer Hand gelöst hat.

Silke und ich sind sehr glücklich mit unserer neuen ehrenamtlichen Tätigkeit. Wir bringen den Heimbewohnern Freude und Abwechslung durch unsere Besuche und bekommen dabei unvergeßliche Momente zurück.

Vielleicht möchtet Ihr Euch auch sozial engagieren?  Wir brauchen Euch, einige Seniorenheime warten aktuell noch auf Ihren Besuchshund.

Euer Tino, Besuchshund